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Waedi Gysi: ABAFAHRA

Abafahra Chords und Text

ABAFAHRA 

Refrain und Intro: dm / gm /dm / Adur / dm 2x

He waisch muesch aifach a chli abafahra

A chli abafahra und nüt tua

Aifach a chli abafahra

Und gschmaidig blieba dazua

Strofe: gm / dm /Adur / dm ...Break 

1. Ränna, seckla, zuetexta, nüd verpassa, umastah

Nai das müemer jetzt nid ha

Umahetza Türa schletza

D’Nasa eifach voll

Amne so na schöna tag (Break beachten!)

Refrain: Muesch aifach a chli...

2. Uma hanga, uma tschila numa blöd uma tissa

Numa gnuss kai verdruss

Z’viel um d’Ohra, z’fuul zum ufstah

Usbrännt müed und schlapp

Amne so ne schöna Tag

Refrain: Muesch aifach a chli...

Instrumentalteil

Refrain: Muesch aifach a chli...

3. Weichi chnü, s’verschlaht dr d’Stimm

As liet dr ufem Maga

Dä Stress müemer jetzt nid ha

As laht dr kai ruah

Lasch alles links la stah

A däm wunderschöna Tag 

2 x Refrain: Muesch aifach a chli...

Abafahra Presse

Mit Musik das Eis brechen

Wädi Gysi war mal Profi-Eishockeyspieler beim EHC Arosa,  er war einer der zwei Sänger  der Berner Band Tonight & Only.

Im Bündner Dialekt hat Wädi Gysi "Abafahra" geschrieben. Es ist schon das vierte Album mit einer bunten Stilvielfalt wie Manu Chao, das schnell Glückshormone beim Hörer bescherrt, den die Leichtigkeit mit der Irene Schmidlin am Akkordeon, Brigitt Rieder am Cello, das Schlagzeug von Fredi Flückiger, Annatina Eschers Kontrabass, die Sänger Wädi Gysi und Michael Morris begleiten hat Gassenhauercharakter für alt und jung ohne oder eben gerade deshalb perfekt klingen zu wollen.Das Handgemachte der Songs, der Bündnerdialekt haben etwas Skurriles und suggerieren im Kopf das Fahren durch Kulturen im fahrenden Wagen, das wirkt entspannend.Jürg Kilchherr,

Trendmagazin Redaktion Bern Dezember:  Diese Lieder bleiben im Kopf hängen.

Mit "Abafahra" kommt Tonight & Only am dichtesten an ihren musikalischen Kern heran. Der Mundartgesang, der trockene Gesamtsound, die schöne natürliche Atmosphäre durch Cello und Akkordeon, alles fügt sich auf diesem Album zum bisher deutlichsten Statement zusammen. Der Song Abafahra hat eine ganz besondere Qualität: Man weiß eigentlich gar nicht so genau, aus welchen Elementen das Stück besteht, aber es bleibt einfach sofort im Kopf hängen! Heli Schneider, blacklisted records, Hamburg

DRS 3 - Abafahra Ganze Büros singen den Song schon im Chor. Ein einfaches Lied für einen schönen Sommer, das war die Idee des Bündners Wädi Gysi (50). Der schräge Song spaltet - typisch für einen Sommerhit - die DRS 3-Nation: Die einen vermuten "Alt-Hippies nach dem dritten Joint" dahinter, die anderen drehen das Radio auf: Für drei Minuten Aus-Zeit in einer immer gestressteren Welt. Peter Walt, DRS 3

Tonight and Only: Der heimliche Sommerhit «Abafahra» Claudia Salzmann, Bernerzeitung.ch

REVIEW: TONIGHT & ONLY – ABAFAHRA Es ist nicht unbedingt ein Gütesiegel, wenn im Begleittext eines Albums speziell betont wird, dass der Interpret ein ehemaliger Spitzensportler sei. Im Fall des Ex-Eishockeyspielers Wädi Gysi ist Skepsis jedoch fehl am Platz. Der Bündner gehört seit Jahren zur Berner Szene, hat sich im Jazzbereich einen guten Namen gemacht und den Berner Filmmusikpreis gewonnen. "Tonight & Only" ist sozusagen Gysis Popprojekt. Mit hochpoliertem, aber letztlich nichtssagendem Radiopop hat die Musik von Tonight & Only allerdings nichts gemeinsam. "Abafahra" schielt nicht auf Radiotauglichkeit, Verkaufszahlen oder Trends. Hier gibt es keine Zielgruppenanalyse oder ein ausgefeiltes Marketingkonzept, sondern einfach nur Musik irgendwo zwischen Mundartpop à la Patent Ochsner, weltgewandtem Folk und traurigem Chanson. "Abafahra" rumpelt an allen Ecken und Enden, versprüht dabei den hemdsärmligen Charme des Unperfekten und wärmt die Seele wie ein Kafi Schnaps an einem eisigen Wintertag. Burner Magazine, Online Musikmagazine für die Schweiz

Mein persönlicher Sommerhit 2009 Ja das Lied wird in DRS3 rauf- und runtergespielt. Aber ich finds momentan einer der besten Tracks, die ich so jeden Tag im Radio höre. Abafahra von Tonight & Only. Da es noch keinen Part 2 von Feria In Guantanamo gibt, ist dieser Song mein persönlicher Sommerhit 2009 aus der Schweiz. DJ LKB -

Musiktipps Brechstangenartig aufgedrängt Der heurige Sommer hat im Produzieren eines einhellig anerkannten Sommerhits wieder einmal derart kläglich versagt, dass am Ende jede Radiostation ihre eigne Hymne für die warme Saison erküren konnte. Dabei hat sich der Song einer Band fast schon brechstangenartig aufgedrängt, die bis anhin mit dem Schreiben von Hits nicht viel am Hut hatte: «Abafahra» von der Berner Combo Tonight & Only bündelte sämtliche Ingredienzen, welche die Programmverantwortlichen hiesiger Radioanstalten zum Vertonen des Sommers als geeignet erachten: Ein Schuss Sunshine Reggae, locker federnder Lumpenliedchen-Charme und ein Text, der zum Dolce far niente rät.

Barbara, www.filztraum.ch Die Platte «Abafahra» der Berner Combo Tonight & Only versüsst den Herbst mit sonnigen Melodien. Nun liegt das Album zum Sommerhit vor – es heisst ebenfalls «Abafahra» und es ist von ähnlich einfachem, beileibe nicht unsympathischem Gemüt. Wädi Gysi, der einstige Eishockey-Profi, Free-Jazz-Aktivist und Gitarrist der interkontinentalen Gruppe Pale Nudes, übernimmt dabei als Sänger beim Hauptharst der Lieder das musikalische Zepter und scheint bestrebt zu sein, sich möglichst weit weg von seinen früheren wilden musikalischen Wagnissen zu bewegen. Ihren Charme ziehen diese Lieder aus ihrer musikalischen Unverblümtheit, ihrem rumpeligen Wesen und einem sonnigen Gemüt, das selbst den Herbst überdauern könnte. Ane Hebeisen, ‚Der Bund’

Abafahra, CD-Taufe, Bären Buchsi, 16. 10. 2009 Dä Früelig hani ufzmau es MP3-Demo im Mailiigang gha, hurti drufklickt, bi grad im Seich gsy wi ne Moore ... «Abafahra, eifach e chli abefahre ...»: Holy Shit, das wird e Summerhit! I has grad sofort gwüsst. U ha em Wädi zrugggmailet: nümmeh dran mache, grad usegäh, grad esoo, mit dere Plastig-Gitarren u däm verchuttete Manu-Chao-Charme. Läckmiramarsch, das git e Hit! S geit mir jetz imfau nid drum z bhoupte, i heig nen entdeckt. Nei, chabis, dä Song het sech säuber entdeckt. U natürlech isch er dr Schwizer Summerhit worde, heiss gliebt, abgrundtöif ghasset – het polarisiert wieds Tier, niemer chaut glah, gnau soo, wies für ne Hit muess sy. Wed uf youtube d Kommentär geisch ga läse, strählts der hingere. «Dä huärä verdammtä huarä Mischt, i hasse das Lied, lösch das, schmeiss weg ...!», het di Tagen eine ichegschribe, voll aggro. U me würd em am liebschte säge: Ey, easy, eifach e chli abefahra ... Hinech toufe mer ds Album, wo zu däm Lied ghört u viu meh isch als eifach ds Album zum Lied. Alli angere Songs nähme dä Esprit uf, tragene witer, u für aui gilt, was für ds Titustück, «Abafahra», ggulte het: esoo huere schamlos! Esoo schamlos sy di Tonight & Only worde, ke Angscht meh vor Romantik, Übermuet unem schiere Glück, ke Angscht, s chönnts irgendöpper kitschig oder drnäben oder billig oder soublöd finge. Esoo huere schamlos! Drum geits ja teeunen oso grausam uf d Närve. U drum gfauts mir eso. Die Schamlosigkeit ligt ja einglech scho im Name: Tonight & Only heisst Hie u jetz, nume füre Momänt, füdleblutt u ungschminkt u wies grad chunnt ... Ihrer Qualitäte hei Tonight & Only scho geng gha, das Unufgregte, dä Muet zur Melodie, das bi sich säuber blybe, o we me mit Rhythmen u Sounds vo rund ume Globus flirtet, das Erwachsne. Der «Bund» het mal gschribe: Ü30-Populärmusik. Aber was heisst hie Ü30? Afangs Jahr sy mer ja am 50igschte gsy vom Wädi. Geburi live uf der Bühni ... u uf dere Bühni, ir Dampfzentralen ischs gsy, uf dere Bühni isch esoo ne Wermi gsy, das het mir dermassen imponiert, das Musiziere, di Mönschlechkeit, das Zämesy, niemer dr Star, aui gönne den angeren aues, d Amy Denio isch iigflogen us Seattle, au die Charaktere, hei eifach zäme Musig gmacht, heis guet gha. Niemerem nüt müesse bewiise, eifach dr Ougeblick fiire! Drum het mi di nöii Platte nümm überrascht. Si isch vom gliiche Geischt ttreit, u eis chanech verrate: S het im Fau no meh Hits druff – «chumm mir putzed hüt d Wohnig nume besarain ...» Me meint ja geng, ds Klischee vom liidende Künschtler stimmi äbe: Numen eine wo s ihm himmutruurig göng, numen einen im Dräck, im Eländ, chönn di ganz grosse Songs schribe! U jetz chöme die da u singen öppis vo «... usglfippt vor luter Glück!» Dene geits guet, gopf! (We sy nid grad vor luter Übermuet mitem Mountainbike sy uf d Schnurre gfloge ...) Mou, dene geits guet. Aber, hey, das macht nüt. Dr Wädi u sini Lüt hei eifach di Musig gmacht, wos ne drum isch gsy. U das darf men im Fau. «Dini Hut wetti gspüre, dur d Haar wetti striiche ganz lisli, kais Reh verschüüche ...» Sch doch schiisegau, we dr Text tönt wi vor Francine Jordi. Är isch nämlech nid so gkünschtlet, er isch stimmig, er hett müesse sy. Spiut doch ke Rolle, was d Lüt dänke. I gloub, der Wädi, wo ja chli der musikalisch Leiter vo däm Orchester isch, dr Wädi het sech ändgüutig emanzipiert vo irgend welchne szenige Zueghörigkeite, vo Vorbilder u guet gmeinte Ratschleg – u vor auem vo sich säuber. Ds Amerika würde si säge: He’s come a long way ... Di Gschicht – u verzeue jetz stellverträtend em Wädi sini – isch imfau nid normau: Hockeyprofi u Jazzschüeler ufzmau, das isch vor u nach ihm kene gsy. När en Impro-Grössi, müglechscht usgfauen u kabutt u schreg u atonal hetts müesse töne. Er het wäutwyt e Ruef gha. U jetz macht dää so liebi Liedli? Yeah! Dä macht eifach, was er Gluscht het, u me ghört, dass ers gärn macht. Nid nume früsch vor Läbere wäg, nei, früsch vom Härz, zmitts us der Seeu! Dasch vilech nümm Musig, wo de Kulturbeamte vor Pro Helvetia enorm förderigswürdig erschiint, ke Musig, wo d Wichser uf de Kulturredaktione usgfauen u düregheit gnue finge, für z rüehme, di syg im Fau genial – i weiss, wasi säge, bi lang gnue eine vo dene Wixer gsy ... Nei, das isch eifach Musig us Fröid, us Läbesfröid – u we sech eine nid laht la astecke, de heter es Problem. Zum Bündnerdütsch, Wäutsch u Italiänisch vom Wädi ghört natürlech em Michael sis Änglisch, ds schönschten Anglisch, wo me ir Schwiz cha ghöre, u i chönnt jetz säge, die zwee syg äbe Lennon/McCartney vom Schwizer Pop, aber, shit, de müesst i am Änd säge, wele jetz der Lennon u wele der McCartney sig ... Nei, das isch äbe Teamwork. U so verschiede di Songs sy, so ne vertroute Tonight & Only-Klang hei si äben aui zäme, so ne Sound wi ne Wulledechi, wome sech jetz, wo d Nächt chäuter wärde, gärn dermit iiliiret. Ds Geilschten ir Musig isch ja einglech es Trio. Jimi Hendrix Experience ... Nirvana ... Beastie Boys ... No geiler isch als Formation isch im Grund gnoh nume ... ds dopplete Trio: ds Sextett. Vor allem, wes de vom ... Dings ... vom Sex ... also vom Gschlächtlehe här därewää usglichen isch wie Tonight & Only: d Irene, d Annatina und d Brigitt – dr Wädi, dr Michael, dr Fredi. Dasch gloub ke fuule Spruch, we me seit, me ghöri dere Band ihri Wiiblechkeit aa. Nei, Gielen u Modi, dir müesst nech nid schäme für öii «Belle Vie», für die Läbesfröid u die Musizierluscht. I gratuliere härzlech! U öppis hani no wöue säge, ohni jetz ufem Alter wöuen umezriite. Aber i ha vor mängem Jahr mau gschribe, dr Gysi gsäch äuter us, aus er syg – wüu er denn sini Läsebrüuen irgendwie zvorderscht uf der Nase het treit winen aute Profässer. Sider chani lengschtens säuber nümm Zytig läsen ohni Läsebrüue, u so, wieni dr Wädi voletscht erläbt ha, würkt er jünger, viu viu jünger, als er isch. Uf all Fäu, we füfzgi wärde bedütet, Wädi, dass me so frei u so zwäg u so locker u so ufgseut isch wie du, sövu im Saft u sövu unabhängig, dass me eifach druflos macht, was eim gfaut – de fröii mi druf, 50gi z wärde. Bänz Friedli

Tonight & Only Abafahra Vom Profi-Eishockeyspieler zum leidenschaftlichen Musiker. Früher noch Verteidiger beim EHC Arosa, ist der Bündner Wädi Gysi heute kein Spitzensportler mehr, sondern vielmehr Gitarrist, Sänger und Kopf der Berner Band Tonight & Only. Mit „Abafahra“ legen sie nun schon ihr 4. Album vor, dessen gleichnamiger Titelsong von DRS 3 bereits zum Sommerhit 09 erkoren wurde. Es ist ein vertrautes Gefühl, mühelos in ihre Musik eintauchen zu können. Als hätte man ihre Songs bereits schon mal gehört. Dabei klingen sie aber absolut frisch und lebendig. Tonight & Only haben ihre vierte CD nicht von ungefähr "Abafahra" getauft. Man schaltet einen Gang zurück, hört zu, fliesst mit und geniesst. Diese Platte ist der perfekte Pop-Chill-Out für wache Köpfe. Kaum finden Tonight & Only an irgendwelchen Sounds oder Stilen gefallen, wird es seit jeher in ihre Musik eingebaut. Hier fegt mal Manu Chao über die Bühne, schaut Nino Rota um die Ecke, winken Patent Ochsner vom Balkon, hält Ray Davies die Gitarre oder wippt Tom Waits im Takt mit. Tonight & Only sind offen für alles und jeden und schaffen daraus ihr ureigenes und unverkennbares Sounduniversum. Beseelte, handgemachte und charmante Popmusik, kein überkonfektionierter Sound. Auf ihrer neusten CD "Abafahra" ist dies mehr denn je der Fall. Auch wenn der Titelsong - Ironie des Gassenhauer-Schicksals - als Single einen veritablen Sommerhit abgegeben hat. Über die Hälfte der Songs werden vom Gitarristen Wädi Gysi in Dialekt gesungen. Auf Bündnerdeutsch, warm und breit, mit Texten weit über dem Durchschnitt. Oft skurril, witzig und lakonisch, immer zärtlich und berührend. Dazu gibt es ein in herrlichem Français féderal gehaltenes Chanson, ein zu Herzen gehender italienischer Walzer und drei vom Perkussionisten Michael Morris in samtenem Englisch gesungene Songs. Eine herrlich farbige Lieder-Palette, von Tonight & Only mit den nötigen Blau- und Grautönen kontrastreich gemischt. Irene Schmidlin am Akkordeon und Brigitt Rieder am Cello setzen dabei neben Gysi und Morris die instrumentalen Akzente, getragen von Annatina Escher am Kontrabass und Fredi Flükiger am Schlagzeug. Diese Band weiss, dass weggelassene Töne wunderbar klingen können. Sie versteht es aber auch, genau soviel auf’s Gaspedal zu drücken, so dass diese musikalische Fahrt immer spannend bleibt. Denn auch wenn gehörig „Runtergefahren“ wird, zum Stillstand kommen Tonight & Only auf "Abafahra" nie. Wädi Gysi: Vom Spitzensportler zum leidenschaftlichen Musiker Zum ersten mal nach Bern kam der sympathische Bündner Wädi Gysi als Verteidiger des damals noch Nati-A Eishockey-Clubs EHC Arosa. Sein grosses musikalisches Interesse brachten ihm die ersten Kontakte zur Berner Musikszene. Davon so inspiriert, kehrte Gysi dem Spitzensport den Rücken zu und beschloss sich fortan nur noch der Musik zu widmen. Mit seinem engen Freund und Musiker, dem britischen Percussionisten und Sänger Michael Morris gründete er im Jahre 2001 das Duo Tonight & Only. Schon das erste Album „Beach of Blue“, ein ruhiges, gemächlich groovendes wie auch swingendes Album, in dem angloamerikanischer Pop mit Latin und vereinzelten arabischen Elementen vermischt werden, sorgte für Aufsehen und Aufhören. Es folgte das zweite Album „Zoobaloo“, ein weitläufig und weltgewanntes Werk mit musikalischer Unterstützung von Büne Huber, dem Kontrabassisten Mich Gerber und weiteren Freunden. Mittlerweile vom Duo zum Sextett erweitert, haben Tonight & Only im Jahre 2007 wohl das bisher bekannteste Album „Picking up the pieces“ veröffentlicht. Eine wunderbare, in sich geschlossene Platte, voll mitreissendem Charme und unverkrampfter stilvielfalt, auf der sie von den Gästen, Büne Huber und Mich Gerber erneut musikalisch unterstützt wurden. Nun wird mit „Abafahra“ das bereits vierte Album von Tonight & Only veröffentlicht. Ein Album, dessen gleichnamiger Titel-Song diesen Sommer von DRS 3 sogar zum Sommer-Hit erkoren wurde. Nebst der musikalischen Leitung von Tonight & Only komponierte Wädi Gysi schon einige Male für verschiedenste Filme und gewann 2007 den Berner Filmmusikpreis für seine Musik zum Film „Zu Fuss nach Santiago de Compostela“ von Bruno Moll. Der charmante Bündner Dialekt trifft auf die Gemächlichkeit Berns - und das Resultat heisst: Abafahra. Interview mit Wädi Gysi von ‚Tonight & Only’ Ein Bündner in Bern: Wädi Gysi ist der Kopf hinter "Tonight & Only" und als solcher Kult. Wir trafen ihn zum Interview, um über den Hausmann Bänz Friedli zu sprechen - sowie über das neue Album "Abafahra" von Tonight & Only. Das Album "Abafahra" ist im Kasten. Bist du froh? Wädi Gysi: Ich habe wahrscheinlich in meinem ganzen Leben noch nie so viel gearbeitet wie in den Monaten zwischen Mai und Oktober. Alles in allem habe ich etwa 30 Stücke komponiert. Einerseits fürs neue Album und andererseits für Filmmusik. Der Song "Abafahra" war ursprünglich für den Abspann eines Dok-Films über die Juniorinnen des FC Bethlehem gedacht. Huere härzig. Das Stück passte dort aber im Endeffekt nicht mehr hin. Tonight & Only: Ist das deine Band? Oder haben da alle involvierten Musiker einen gleich grossen Einfluss? Das ist schon in erster Linie meine Geschichte. Tonight & Only war ja ursprünglich ein Duo, bestehend aus Michael Morris und mir. Wir haben am Anfang zusammen gejammt – und irgendwann waren wir der Meinung, dass wir noch mehr Instrumente benötigen. Die Songs sind auf meinem Mist gewachsen. Abgesehen von den Texten. Die englischen Texte schreibt Michael – mit Ausnahme von "Alaidahai" vom letzten Album, dort habe ich meinen Wunsch, Dinge zu vermischen, verwirklicht. So wie das bei Seeed der Fall ist, die Deutsch und Englisch mixen. Eure Musik lebt von multikulturellen Elementen. Sind die das Fundament von Tonight & Only? Ich glaube, das ist die Art von Musik, die ich am liebsten habe. Von Anfang an haben mich andere Musikkulturen interessiert. Auf unserem ersten Album gibts einen Song, ich weiss nicht mehr wie der heisst, der arabisch angehaucht ist. Dafür habe ich fünf arabische Frauen gefragt, was sie machen würden, wenn sie nur noch einen Monat zu leben hätten. Eine meinte, dass sie ein Buch schreiben würde. Das hat sie vor der Plattentaufe sogar getan. Heute ist sie Professorin für Islamistik in Zürich. Da habe ich gemerkt, dass mich andere Kulturen interessieren. Ich suche Musik, die mich berührt. Dazu passt ein älteres Zitat von dir: "Musik soll emotional berühren und Menschen glücklich machen." Sind das deine Erwartungen an Musik?(überlegt lange) Darf man überhaupt Erwartungen an die Musik haben? Kann man das überhaupt? Ich glaube, Musik ist ein Geschenk. Morgens brauche ich beispielsweise immer ruhige Musik – die von Bright Eyes zum Beispiel. Andere Leute halten das fast nicht aus. Musik kann einen durch verschiedene Stimmungen begleiten. Ich weiss, dass mich Musik glücklich macht. Das ist auch das Problem von Musikern. Ich bin süchtig nach kleinen Momenten, wie etwa dem "Glöggli" im Song "Lieslig". Warst du schon immer süchtig? Das war schon ganz am Anfang so bei mir, als ich beispielsweise noch Free-Jazz machte. Wir haben unglaubliche Sachen ausprobiert. Auf ein Stück, das wir so schnell wie möglich gespielt haben, haben wir anschliessend eines so langsam wie möglich gespielt. Das Konzept funktionierte – bis wir auf Musiker stiessen, die das noch besser beherrschten als wir. In Österreich schrieben sie über mich: "Wädi Gysi spielt das ultimative Lied der Energie." So ein Quatsch. Aber das war genau in dieser Zeit. Du warst früher auch ein Eishockeyspieler. Wenn du zurückblickst: Welche der beiden Welten hat sich stärker verändert? Die Hockey- oder die Musikwelt? Ich glaube die Hockey-Welt. Zumindest kenne ich die nicht mehr so gut. Ein heutiger NLB-Club hätte damals wohl locker in der NLA mithalten können. Das Spiel ist viel schneller geworden, es geht um mehr Geld. Aber auch die Musik hat sich verändert. Wahrscheinlich kann man das gar nicht vergleichen. In der Musik kam die Elektronik dazu, die Studiotechnik. Es hat heutzutage weniger Persönlichkeiten unterwegs in der Musik – ohne jemandem ans Bein pinkeln zu wollen. Wie wichtig sind dir deine Texte? Texte sind mir schon sehr wichtig. Aber gleichzeitig möchte ich sie auch nicht zu ernst nehmen. Ich schaue beispielsweise jeden Tag auf eine Busstation. Die hat kein Dach – und da kam mir dieses Bild in den Sinn, wie man dort bei Regen steht und nass wird. Wie das im Song "Galgafäld" der Fall ist. Ich gehe bei Texten und Musik stark von Bildern aus. Du machst nicht nur selber Musik, sondern bist auch als Produzent tätig. Kürzlich hast du das Höralbum von Bänz Friedli produziert. Erkennst du dich in seinen Kolumnen wieder? Das ist schon eine andere Welt. Ich bin zwar auch Hausmann, bin aber der Meinung, dass Bänz unterschätzt wird. Er ist ein unglaublich tiefgründiger Mensch, der immer noch in die Musikkritiker-Ecke gedrängt wird, in die er eigentlich gar nicht mehr gehört. Wir gehen ab und zu zusammen an Eishockey-Spiele. Er ist Langnau-Fan, ich unterstütze den SC Bern. Aber eigentlich nur, weil ich nicht die selbe Mannschaft unterstützen will wie Bänz – um ihn ärgern zu können. Euch verbindet also eine Freundschaft? Auf jeden Fall. Und Bänz hat übrigens auch den Text vom italienisch-sprachigen Song auf dem neuen Album von Tonight & Only geschrieben. Die Zusammenarbeit war lässig. Er hat mir ein MP3-File geschickt, wie man den Text aussprechen soll. Und dann eines, wie man es singen müsste. Ich bin überzeugt, dass Bänz unterschätzt wird. Er musste als Journalist oft unten durch, weil er mit vielen Bands hart ins Gericht gezogen ist. Silvan Gertsch, students.ch

BERNER FILMMUSIKPREIS - October 6, 2007

Wädi Gysi erhält den BERNER FILMMUSIKPREIS 2007!!!! Die Preisverleihung findet am 24. Oktober 2007 in der Dampzentrale Bern statt.

5 Fragen an Wädi Gysi - May 16, 2007

Zieht es Sie deshalb musikalisch in den Süden, weil sich hier der Winter wieder zurück meldet? Endlich mal richtig Sommer. Ja, das wärs. Ich schaue jeden Tag den Umschlag unserer neuen CD 'Picking up the pieces' an als sei er ein Ferienkatalog. Dann sage ich mir jeweils: Gysi, jetzt musst du wieder mal Pause machen und dir so richtig Zeit nehmen zum Gitarre spielen. Als Bergler zieht es einen immer ans Meer aber sobald ich dort bin, will ich wieder zurück. Wie kommt es, dass Ihnen bei der Reise ans Meer gleich eine ganze Reihe bekannter Berner Musiker folgt? Büne Huber ist ein guter Freund, mit dem ich einen steten Austausch pflege. Mich Gerber ist ein alter Kollege. Ich habe immer gewusst, dass ich Mich als Bassisten will, der kann nämlich sogar Pausen spielen. Und Andi Hug ist einfach super. Ich bewege mich da sozusagen in der Weltklasse. Auf «Picking up the Pieces», dem aktuellen Album ihres Duos Tonight & Only, mischen Sie munter Sprachen und Musikstile. An welchen roten Faden haben Sie sich bei der Produktion gehalten? Die CD heisst ja deshalb so, weil es eben keinen roten Faden im eigentlichen Sinn gibt, sondern aus vielen Stücken besteht, die wir nun zusammengewürfelt haben. Ich mag so viele verschiedene Musikstile und kann mich nicht auf einen einzelnen festlegen. Wenn es unbedingt ein Etikett sein muss, dann vielleicht Singer-Songwriter World Pop. Angefangen hatte alles mit einem Haufen Skizzen. Dann ging ich zusammen mit Michael Morris, der zweiten Hälfte von Tonight & Only, nach Vals in ein Höhentrainigslager. Das hat uns sehr gut getan. Dort zeigten die Songs allmählich ihr Gesicht. Auf dem neuen Album stellen Sie ihre Mundart-Liedermacherqualitäten unter Beweis. Tritt Wädi Gysi auf die alten Tage hin in die Fusstapfen von Linard Bardill und Walter Lietha? Wer weiss, schliesslich war Walter Lietha mein erster Gitarrenlehrer. Eine aufwändige Angelegenheit war das. Eine Stunde mit dem Zug von Arosa nach Chur, Dreiviertelstunden Unterricht und wieder eine Stunde zurück. Dank Lietha habe ich auch das Flair für südamerikanische Klänge entwickelt. Gesanglich reizt mich heute speziell die französische und italienische Sprache, da fühle ich mich richtig wohl. Früher durfte ich höchstens im Hintergrund mitsinge, nun taste mich an den Sologesang heran. Besonders lässig finde ich es mit Michael Morris im Duett zu singen. Der EHC Arosa hat sich unlängst haarscharf den Verbleib in der 1. Liga gesichert. Als ehemaliger Stürmer des Eishockeyclubs: Bewegt sie das Schicksal des Bündner Traditionsvereins heute noch? Ich muss ehrlich sagen: Nein, inzwischen bewegt mich das nicht mehr. Spannend finde ich hingegen – und das beobachte ich durchaus mit Interesse – was aus den Söhnen meiner damaligen Mannschaftskollegen geworden ist. Der Klotener Stürmer Sven Lindemann zum Beispiel. Der trägt die Leibchennummer 55, der Jahrgang seines Vaters Guido. Und der spielt mit der genau gleichen Schlitzohrigkeit wie damals sein Vater. Verrückt.

5 Fragen an Wädi Gysi - May 14, 2007

Ihr künstlerischer Werdegang ist nicht ganz gewöhnlich: Wie wird man vom Eishockeyspieler beim EHC Arosa zum Gitarristen, der improvisierte Musik spielt? Mittlerweile mache ich ja beides nicht mehr. Nun, mein früheres Leben war ziemlich gespalten: Tagsüber war ich beim Eishockey-Training, nachts spielte ich Gitarre. Mit der Zeit jedoch zog es mich mehr zur Musik hin – es schien mir zu einfach, ein Goal zu schiessen und dann eine Woche davon zu leben. Als Sie sich von der improvisierten Musik abwendeten, begründeten Sie dies damit, dass Sie näher bei den Leuten musizieren wollten. Was genau hiess das für Sie? Improvisierte Musik hat etwas sehr Introvertiertes. Und im Grunde bin ich eine Rampensau: Ich merkte, dass ich ich die Musik nicht neu erfinden wollte, sondern den Leuten ganz einfach eine Freude machen möchte, sie unterhalten; dies kann man nicht, wenn man sie vor musikalische Rätsel stellt. Ist Ihnen das gelungen? Ich denke schon; bei einem bestimmten Lied singt das Publikum sogar regelmässig mit. Wir spielen auch mit Unterhaltungselementen: Mein Partner Michael Morris, ein überaus höflicher Engländer, übernimmt oft den Part des Präsentators. Wir haben auch immer eine fiktive Band mit dabei, fünf Leute, mit denen wir beispielsweise ans Weihnachtsessen gehen etc. Dieser Scherz ist eigentlich gar nicht so weit hergeholt. Da ich viel Live-Sampling mache, klingen wir oft wie eine grosse Band. Sie nennen Ihre Musik World Pop. Welche musikalischen Welten verbinden Sie? Wir haben Britpop-Elemente sowie arabische und lateinamerikanische Einflüsse, bedingt auch durch die Instrumentierung: Michael spielt häufig auf dem Cajon. Ich mag authentische Folklore, auch wenn wir natürlich niemals dieselbe Stringenz erreichen wie jemand, der aus der entsprechenden Kultur kommt. Aber ich finde, man darf sich fremde Musik aneignen, wenn man sie mag. Spielt Improvisation noch eine Rolle bei Tonight & Only? Natürlich entstehen die Kompositionen daraus, und auf der Bühne improvisieren wir schon mal über eine bestimmte Struktur. Völlig frei improvisieren wir aber nur, wenn wir ganz komisch drauf sind. (reg)

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