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Waedi Gysi: BIO

Waedi Gysi

Waedi Gysi tuned his first guitar at twelve. He 's been in-tune ever since, following his heart beat by beat. I 'ts led him to the stars and back...and he 's returnded with a twinkle. After playing with Amy Denio, one of Seattle 's singing sensations, Waedi was inspired to make magic. He soon becam a sage of sound, flashing the fret board with his fingers and conjuring up vibes from the deep. He sings too. 

 5 FRAGEN AN WAEDI GYSI

Sie haben in Ihrer Biografie so einige Haken geschlagen. Nach Ihrer Karriere als Eishockey-Verteidiger beim EHC Arosa wechselten Sie ohne Ablösesumme in die Berner Freejazz-Szene. Wogegen rebellierte der Wädi damals?

Es war keine eigentliche Rebellion. Ich wollte ganz einfach die Musik neu erfinden. Eine österreichische Zeitung schrieb damals über mich: «Wädi Gysi spielt das ultimative Lied der Energie». Das waren natürlich Schlagzeilen, die man gerne las. Heute interessieren mich andere Aspekte der Musik. Heute möchte ich mit meiner Musik emotional berühren – heute wandle ich also eher auf den Pfaden der Schlagersänger, die die Menschen glücklich zu machen trachten (lacht).

Sie waren als Impro-Musiker äusserst gefragt, traten mit John Zorn und anderen Szenehelden auf. Wo ist es einfacher, zu bestehen? In der Impro- oder der Popwelt?

In der Impro-Welt war es definitiv einfacher. Man tingelte durch gut subventionierte Clubs, spielte in Museen und an exquisiten Festivals vor einem Publikum, das jeden Furz als Ereignis, als Moment zu begreifen bereit war. Heute, im Pop-Umfeld, wimmelt es von guten Musikern. Jeder Coiffeur macht heute eine CD und oft klingt die dann gar nicht mal so schlecht. Ich habe früher sicher mit Konzerten besser verdient als heute, habe aber mit der Film-, Theatermusik und dem Duo Infiammabile weitere Standbeine. Und der Anspruch ist inzwischen ein ganz anderer. Ich bin gewissermassen naiver geworden. Ich kann heute einen blöden Text singen (singt) I love you, baby, baby, baby ohne dass ich das Gefühl habe, ich würde irgendwelche Werte verraten. Vor 20 Jahren hätte ich das nie getan. Dafür spiele ich heute vor Leuten mit strahlenden Gesichtern, die auch mal einen blöden Text mitsingen helfen.

In der Dampfzentrale haben Sie eine Carte Blanche erhalten und lassen Ihre alte Weggefährtin Amy Denio aus Seattle einfliegen. Mit Ihr und dem RecRec-Gründer Chris Cutler haben Sie die wundertolle Gruppe The Pale Nudes gegründet zu der später auch der Bassist Mich Gerber gestossen ist und mit der Sie ausgiebig um die weite Welt getourt sind. Könnten da Sehnsüchte nach den alten Zeiten aufkommen?

Wir werden ein paar Songs von den Pale Nudes spielen an diesem Abend, da könnte schon ein bisschen Nostalgie aufkommen. Aber rückfällig werden wir bestimmt nicht. Ich habe mit Amy kürzlich DVDs von früher angeschaut, zum Beispiel als wir vor 16 Jahren an einem Openair in Rom aufgetreten sind, ich in Hotpants, sie in einem langen Rock ein absolutes No-go. Ich habe damals den Austritt aus der Band gegeben, weil es organisatorisch zu kompliziert wurde, eine transatlantische Band zu betreiben. Zudem fühle ich mich mit meinen heutigen Projekten äusserst wohl. Alles ist so konzipiert, dass es  immer wieder möglich ist, alles über den Haufen zu werfen und Neues auszuprobieren.

Sie haben den einstigen Span-Schlagzeuger Matthias Kohli in die Band transferiert und den eher düsteren Berner Jazz-Trompeter Martin Dahanukar dazugecastet. Da treffen Welten aufeinander…

So soll es auch sein. Ich mochte es schon immer, Unterschiedliches zu verschmelzen. Martin Dahanukar schätze ich schon seit Langem, und Matthias Kohli betrachte ich als eines der grössten Nachwuchstalente der Berner Musikszene… (lacht) Von einem, der seinen 50. feiert, erwartet man in einem solchen Interview ein altersweises Schlusswort. 49 war mühsam. 50 ist cool. Die Ernsthaftigkeit verdünnt sich. Sich nicht mehr so wichtig zu nehmen, das kann ich jedem empfehlen. (ane)

Wädi Gysi vom Eishockey zur Musik

'Zum ersten Mal nach Bern kam er mit dem EHC Arosa, als Verteidiger. Heute ist Wädi Gysi kein Spitzensportler mehr, sondern Gitarrist und Sänger - ein fester, aber etwas unberechenbarer Bestandteil der Berner Musikszene. Zunächst will Wädi Gysi mit "Nuage Du Courage " neue Songstrukturen schaffen , und den Jazz humorvoll neu aufmischen (mit dabei übrigens Mich Gerber und Marc Jundt), dann wirbelt er mit der ungehobelten Free-Jazz-Combo Blauer Hirsch (Werner Lüdi, Mani Neumeier) die Hörgewohnheiten der europäischen Improgemeinde durcheinander, später spielte er mit so verdienten Vertreter der Avantgarde wie John Zorn, Chris Cutler, Fred Frith oder Hans Reichel zusammen, tourte musizierend von Japan über Russland bis Brasilien und entwickelte dabei einen Stil, der tumultuarisch zwischen der Vehemenz des Punk und der Zottigkeit des Free-Jazz taumelte, dabei jedoch stets eine zärtliche Verbundenheit gegenüber der Melodie offenbarte. Dann kam der Schnitt. Wädi Gysi wandte sich von der Impro-Szene ab, gründete zusammen mit der amerikanischen Sängerin Amy Denio und Chris Cutler die Gruppe The (ec)Nudes (später Pale Nudes) und tourte von neuem durch die Welt. Daneben schrieb Wädi Gysi diverse Auftragsmusik, unter anderem die Musik zum Erfolgsstück 'Sinnlos Stier ' der Theatergruppe Panoptikum Pazzo unter der Regie von Peter Freiburghaus. Das war Ende des letzten Jahrzehnts, nun veröffentlicht er auf seinem eigenen Label «Blue Tiger Records» unter dem Bandnamen Tonight & Only, zusammen mit seinem musikalischen Gespielen Michael Morris bereits ihr viertes Album namens «Abafahra». Schon bald mutiert das Duo zum Sextet. Wädi Gysi komponiert diverse Filmusiken und gewinnt 2007 den Berner Filmusikpreis für seine Musik zum Film ‚Zu Fuss nach Santiago de Compostela’ von Bruno Moll. Daneben ist Wädi Gysi immer wieder auch als Poduzent für andere Gruppen tätig (Les Reines Prochaines, Aeschbacher X Haegler, Regula Gerber, Paul E. Otth, GUBLER, Bänz Friedli usw.)

album cover

Discografie

Waedi Gysi "Glück & Wunder" (Blue Tiger Records/2014)

Tonight & Only „Abafahra“ (Chop Records/2009)

Tonight & Only Michael Morris/Wädi Gysi „Picking up the pieces“ (Blue Tiger Records/2007)

Tonight & Only Michael Morris/Wädi Gysi „Zoobaloo“ (Blue Tiger Records/2005)

Tonight & Only Michael Morris/Wädi Gysi „Beach Of Blue“ (Blue Tiger Records/2002)

Momaday Claudia Sisti/Wädi Gysi/Daniel Wihler „Serenity“

Pale Nudes Amy Denio/Wädi Gysi/Mich Gerber/Jeroen Visser/Fredy Flükiger „Soul Come Home“ (RecRec/1998)

Pale Nudes Amy Denio/Wädi Gysi/Mich Gerber/Will Dowd „Wise To The Heat“ (Rec Rec/1995)

The (ec) Nudes Amy Denio/Wädi Gysi/Chris Cutler „Vanishing Point“ (ReR Megacorp/1993)

Duo Hans Reichel/Wädi Gysi „Showdown“ (Intakt Records/1991)

Die Hand Wädi Gysi/Mich Gerber/Peter Hollinger „Die Hand“ (Unit Records/1990)

Blauer Hirsch Werner Lüdi/Mani Neumeier/Wädi Gysi/Mich Gerber „Brain Drain“ (Unit Records/1989)

Blauer Hirsch Werner Lüdi/Mani Neumeier/Wädi Gysi/Mich Gerber „Cyberpunk“ (Free Music Production FMP/1987)

Nuage Du Courage Wädi Gysi/Mich Gerber/Marc Jundt „Nuage Du Courage“ (Unit Records/1985)

Als Produzent:

Les Reines Prochaines „Alberta“ (RecRec)

Les Reines Prochaines „ Protest und Vasen“ (RecRec)

Regula Gerber Solo „Dagadu“ (RecRec)

Werner Aeschbacher & Martin Hägler „Aeschbacher x Hägler“ (RecRec)

Ruth & Res Margot „Liebeslieder“

Paul E. Otth „Don’t Give Up“ (RecRec)

Regula Gerber Solo „Nandri“ (RecRec)  

GUBLER "Röschti" (Turicaphon)

Bänz Friedli "Der Hausmann" (Tudor Records)

Bänz Friedli "Sy no Frage" (Tudor Records / 2011)